Der Zustand der Zieselkolonie in Parndorf

Die Zieselkolonie befindet sich im Europa-Schutzgebiet "Parndorfer Heide". Für mehr Informationen zum Schutzgebiet klicken Sie bitte auf den entsprechenden Link in der Seitenleiste oder gleich hier.

Studie über die Zieselkolonien im Burgenland

Die Studie [3] (2004-2007) wurde von Frau Dr. Herzig für den Naturschutz- bund Burgenland im Auftrag der Burgenländischen Landesregierung durchgeführt (Abt.5, Hauptreferat III - Natur- und Umweltschutz) [1].

Burgenländischer Naturschutzbund: Dr. Zechmeister
Bgld. Landesregierung: Landesrat DI Niki Berlakovich

Kurzergebnis der Studie (Ist-Zustand in Parndorf)

Das in Abb.1 (siehe unten) beschriebene rote und orange Gebiet sind zur Zeit Ackerland, wobei der strichliert dargestellte Teil noch Heide ist.

  • Die Betriebe am Nord- und Nordwestrand des Gebietes stellen in der jetzigen Form kein Problem dar.

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Fotos: Josef Stefan

Soll-Zustand gemäß der Umwidmung laut Abb.1


Die jetzt durchgeführte Umwidmung führt zu:

  • Flächenverlust, da die Ziesel über das Schutzgebiet hinaus vorkommen.

  • Das Heranrücken von Wohnbauten bedeutet Spaziergänger (die alleine machen noch nicht so viel aus), freilaufende Hunde  und Hauskatzen – wobei gegen Hunde noch ein Zaun (den vermutlich niemand will) helfen könnte, nicht aber gegen Katzen.

  • Die Umwidmungen in der Umgebung verursachen eine weitere Isolation der Kolonie was u.a. zu Inzucht und den bekannten Folgen führen wird.

Plan Zieselkolonie
Abb 1.: Grün...Naturschutzgebiet, Rot und Orange...neue Wohngebiete, strichliert ... Zieselsichtungen ausserhalb des Naturschutzgebietes [2]

Mögliche Lösungsvarianten

Einziger Ausweg, der das Überleben vielleicht  gewährleisten könnte [3]:

  • Die Umwidmungen rückgängig machen um damit eine gewisse Pufferzone um das Gebiet zu erhalten.

  • Gegen die schon bestehenden Wohnbauten eine dichte Hecke als Abschirmung pflanzen.

  • Richtung Parndorfer Platte Wiesen, Brachen, Luzernefelder etc. – alternativ offenes niedrig bewachsenen Gelände.

  • Die Verbindung Richtung Betriebsgelände Fa. Pioneer offen halten obwohl das dortige Vorkommen teilweise oder womöglich ganz erloschen ist. Mindestens einer der Hauptgründe dafür sind streunende Katzen. Der Verbleib der Kolonie kann durch den Winterschlaf der Tiere erst im Frühjahr 2008 überprüft werden.

  • Langfristige Anbindung an ein geplantes aber nicht konkretes Netz von geeigneten Verbindungswegen und Standorten („Trittsteine“ wofür EU-Gelder zur Verfügung stehen) über die ganze Parndorfer Platte unter Einbindung der Grünbrücken und der Randvorkommen am Südrand der Platte.

Tatsache ist, dass das Ziesel in der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft ist, d.h. dass mit zumindest 20% Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass sie innerhalb der nächsten 20 Jahre aussterben werden. Unabhängig davon präsentierte Hans-Peter Zulka anlässlich einer Tagung in Salzburg im Juni 2007 seine Liste der am meisten gefährdeten Wirbeltiere Österreichs (die Arbeit ist dzt. im Druck). Dort nimmt das Ziesel den ersten Platz ein. D.h. wenn nicht umgehend alles zur Erhaltung getan wird, gibt es wohl kaum eine Chance, die Ziesel zu erhalten.


Rechtliches

Das Ziesel steht im Anhang II  und IV der FFH Richtlinie und genießt damit innerhalb und außerhalb von Natura 2000 Gebieten besonderen Schutz. 
      
Deshalb fordern wir:
  • die Rückumwidmung des beschriebenen Geländes.
  • die Erweiterung des Naturschutzgebietes auf die mindestens tatsächliche Größe der Kolonie im Jahr 2008.
  • die Errichtung von Pufferzonen.
  • die Errichtung von dichten Hecken aus heimischen Gewächsen als Barriere zu bestehenden Wohnsiedlungen.
  • die Adaptierung der Randgebiete damit sie als längst überfälliges Naherholungsgebiet für Parndorf genutzt werden können am Vorbild des Nationalparks Neusiedler/See (z.B. Hochstände, Info-Tafeln, Spazierwege, Laufstrecken ...).
Bibliographie

[1] Naturschutzbund Niederösterreich www.ziesel.naturschutzbund.at
[2] Abb. laut GIS Burgenland, gis.bgld.gv.at
[3] Barbara Herzig-Straschil,
Zieselschutz - Erhaltung der notwendigen landestypischen Natur- und
Kulturlandschaft, ISBN 978-3-902632-04-3